Textilmaterialien aus Baumwolle haben nicht nur einen schlechten Einfluss auf die Umwelt, sondern werden auch noch immer knapper. Diese innovativen Unternehmen wagen einen Schritt näher hinzu ungewöhnlichen, aber nachhaltigen Stoffen.

 

Baumwolle ist zwar ein Naturprodukt, was jedoch nicht bedeutet, dass ihr Anbau gut für die Umwelt ist. Die Baumwollproduktion kann den enormen Bedarf an Kleidung nicht mehr lange decken. Ein Grund dafür ist zum Beispiel, dass Ackerflächen durch den Anbau von Monokulturen an Fruchtbarkeit verlieren und rar werden. Auch der extrem hohe Wasserverbrauch in der Produktion ist ein Argument gegen Baumwolle in der Textilindustrie: Bis zu 29.000 Liter werden für die Herstellung von einem Kilo der weißen Wolle verbraucht.

Eine günstige Alternative wäre Polyester, aber die Chemiefaser besteht aus Erdöl – bekanntlich nicht weniger schädlich für die Natur.

 

AUS ABFALL WIRD KLEIDUNG

 

Bessere, umweltverträglichere Stoffe müssen die Baumwolle also ablösen, und das auf massentaugliche Weise. Das Label PINATEX hat einen Weg gefunden, einen Rohstoff zu verwerten, der bisher als Abfallprodukt galt: Die Fasern von ungenießbaren Ananasblättern werden auf den Philippinen zu Garn weiterverarbeitet, wo der Rohstoff traditionell für die Herstellung von Kleidung genutzt wird.

 

Wichtig ist, dass für das Ausgangsmaterial der Stoffe so wenig neue Ressourcen verbraucht werden wie möglich: So wird aus der Tofu-Produktion Sojaseide gewonnen, Bananenblätter werden zu Zellulosefasern und sogar aus Brennnesseln lassen sich relativ einfach Textilien produzieren.

 

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Wer nicht warten will, bis sich diese neuen Materialien am Markt etabliert haben, kann seine Pullis bis dahin selbst stricken: Von WOOLANDTHEGANG gibt es ein Garn aus Eukalyptusfasern, wobei fast 80 % weniger Wasser benötigt wird, als in der Produktion von Baumwolle.