Etwas Cordyceps im Instant-Kaffee, ein Teelöffel Tulsi für den Tee und eine Priese Reishi für den Smoothie. Der westliche Markt war mehr als reif für Adaptogene, die „Superfood“-Exoten mit nachgewiesener Anti-Stress-Wirkung. Denn in Asien wird die ausgleichende Wirkung der pflanzlichen Extrakte bereits seit Jahrtausenden geschätzt.

 

 

Moderne Herbalisten wie etwa der amerikanische Ethnobotaniker und Adaptogene-Experte David Winston zitieren gerne diese Passage aus dem alten Testament: „Was gewesen ist, wird wieder sein; was getan wurde, wird wieder getan; es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ Und genau so verhält es sich auch mit dem derzeitigen Boom der so genannten Adaptogene, die derzeit in der Food- und Gesundheits-Branche als die „neuen“ Superfoods gehandelt werden. Das Unglaubliche: Die Extrakte mit den exotisch-geheimnisvoll klingenden Namen wie Reishi oder Tulsi samt ihrer geheimnisvollen Wirkung sind teils schon seit Jahrtausenden bekannt. So finden die adaptogen-wirkenden Extrakte aus Pilzen, Wurzeln, Beeren und Kräutern schon seit Jahrtausenden etwa in der traditionellen chinesischen Medizin und im Ayurveda, der traditionellen Gesundheitslehre aus Indien, Verwendung. Ein Beispiel: Die adaptogene Wirkung des asiatische Ginsengs (Panax ginseng) wird in der chinesischen Medizin bereits seit über dreitausend Jahren überliefert.

 

Was ist ein Adaptogen?

 

Die Bezeichnung Adaptogen stammt von dem lateinischen Verb „adaptare“, was „sich anpassen“ bedeutet. Die Reaktion des Körpers auf Stress steht in Verbindung mit zahlreichen Beschwerden des neuroendokrinen Systems und des Immunsystems. Pflanzliche Adaptogene werden als Substanzen definiert, welche die körperliche Widerstandsfähigkeit bei Stress unspezifisch erhöhen können und ihn gleichzeitig weniger sensibel auf Stressoren reagieren lassen. Sie besitzen einen normalisierend-ausgleichenden Effekt auf die Physiologie. Neuere Studien zeigen, dass Adaptogene unter anderem angstlösend, gleichzeitig anregend und antidepressiv wirken können – und das sogar auf der molekularen Ebene. Zudem zeigen Studien (Stand 2010), dass gewisse Adaptogene die Eigenschutzaktivität von Zellen aktivieren können.

 

Die Dosis macht kein Gift?

 

Adaptogene sind nicht toxisch und werden in der Regel als „sehr sicher“ oder als „generell sicher“ eingestuft. Dennoch ist es immer wichtig, auf beste Qualität zu achten. Gleichzeitig muss man wissen, dass „natürlich und pflanzlich“ nicht automatisch gleich „sicher“ gilt, wenn es um die Verträglichkeit geht. Zudem werden die adaptogenen Extrakte traditionell ganz individuell auf Patienten abgestimmt und sind Teil einer Mischung aus verschiedenen Substanzen, die sich untereinander ergänzen. Wer sich folglich intensiver auf Adaptogene einlassen möchte, wendet sich am besten an einen erfahrenen TCM-Therapeuten. Dies gilt insbesondere auch für Menschen mit gesundheitlichen Problemen, Frauen in der Schwangerschaft oder Personen mit Allergien. Und für alle anderen, welche die Wirkung von Adaptogenen in milder Form unverbindlich testen möchten, seien die Moon Dust-Mischungen von Moon Juice oder auch die Instant-Mischungen von Four Sigma Foods empfohlen. Auch hier gilt: Immer mit einer Kleinst-Dosis beginnen. Tulsi, das heilige Basilikum, gibt es als Tee oder ist in Teemischungen enthalten wie etwa in dem Harmonie-Tee von Alnatura.

 

Eine genaue Auflistung der Adaptogene findest Du in unserer aktuellen Print-Ausgabe